152019Okt

Neues interdisziplinäres Expertisenpapier: „Hüft- und Knie-Endoprothetik – Empfehlungen zur Infektions-Prophylaxe“

Operationsbezogene Wundinfektionen („surgical site infections“, SSI) zählen laut ECDC zu den häufigsten nosokomialen Infektionen. Der Anteil von SSI pro 100 chirurgischen Eingriffen variiert je nach Art des Eingriffs und der Prädisposition der PatientInnen zwischen 0,6 und 9,6 Prozent. Bezüglich aller nosokomialen Infektionen geht das ECDC davon aus, dass 20 bis 30 Prozent solcher Infektionen durch entsprechend gezielte Hygiene- und Kontrollprogramme vermieden werden können.

Die „Initiative Sicherheit im OP“ (SIOP), der PatientInnensicherheit ein zentrales Anliegen ist, legt jetzt das neues Expertisen-Papier „Hüft- und Knie-Endoprothetik – Empfehlungen zur Infektions-Prophylaxe“ vor. Endoprothetische Versorgungen der Hüfte und der Knie in der orthopädischen Chirurgie haben in den letzten Jahrzehnten aufgrund der rasanten technischen Fortschritte, der demographischen Entwicklung und der hohen Erfolgsraten eine weite Verbreitung und damit Zunahme der operativen Versorgungen erfahren. Es werden Infektionsraten zwischen 0,5 und 1,5 Prozent berichtet. Infektionen stellen nach wie vor eine der gravierendsten Komplikationen bei endoprothetischen Versorgungen dar, die in der Regel schwer und langfristig über Wochen und Monate zu behandeln sind. In einzelnen Fällen können Infektionen auch zum Extremitätenverlust oder einem tödlichen Ausgang führen. Eine Infektion stellt aber nicht nur für den einzelnen Betroffenen, sondern auch für das BehandlerInnen-Team eine enorme Herausforderung dar, die auch das Gesundheitssystem durch mehrfache Eingriffe und stationäre Aufenthalte belastet.

Vor diesem individuellen, medizinischen, sozioökonomischen und rechtlichen Hintergrund sind alle Maßnahmen zu ergreifen, die eine Infektion im Vorfeld verhindern können, schreiben die AutorInnen des Expertisen-Papiers ÄDir. ao. Univ.-Prof. Dr. Ojan Assadian (Hygiene), Univ.-Prof. Dr. Heinz Burgmann (Infektionen und Tropenmedizin), Ingrid Ernst (Bereichsleitung Zentraler OP-Bereich), Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Klaus Ulrich Klein (Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin) und o. Univ.-Prof. Dr. Reinhard Windhager (Orthopädie und Unfallchirurgie). Sie behandeln in ihrem Papier, das praxisorientierte Information und Orientierung „auf einen Blick“ ermöglichen will, die zahlreichen Facetten der Themenbereiche Vorbereitung der Operation, aseptische Arbeitstechniken sowie Wundmanagement und postoperative Verbände.

Das Expertisenpapier erscheint als Sonderausgabe 4a/2019 der Anästhesie Nachrichten: Hier zum direkten Download