32020Dez

Umfrage: OP-Personal bevorzugt Einweg-OP-Abdeckungen bei der Infektions-Prophylaxe

Ergebnisse einer im Rahmen einer Master Thesis an der Donau Universität Krems durchgeführten Befragung von 44 OP-Fachkräften eines Wiener Krankenhauses

„Bei meiner Umfrage wurde eine überwiegende individuelle Bevorzugung von Einweg-OP-Abdeckungen in der Infektions-Prophylaxe durch die AnwenderInnen deutlich“, sagt Melanie Prenner, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Sonderausbildung im OP-Bereich. Sie hat im Rahmen ihrer Master Thesis(1) am Zentrum für Management im Gesundheitswesen der Donau-Universität Krems 50 OP-Pflegepersonen, OP-AssistentInnen und Anästhesie-Pflegepersonen eines Wiener Krankenhauses angeschrieben. 44 haben den Online-Fragebogen ausgefüllt retournierten. Mit 10 Fragen wurden die individuellen Einschätzungen zu Einweg- und Mehrweg-OP-Abdeckungen bezüglich Infektions-Prophylaxe erhoben und dann verglichen.

Operations-Abdecktücher sind ein wichtiges Element bei der Vorbeugung von operationsbezogenen Infektionen. Es gibt Einweg- und wiederaufbereitete Mehrweg-Produkte.

Einige Ergebnisse der Befragung:

  • Auf die Frage „Glauben Sie, dass Einweg- bzw. Mehrweg-OP-Abdeckungen Auswirkungen auf das Aufkommen von postoperativen Infektionen und anderen Spitalskeimen haben können“, antworten 73 Prozent der TeilnehmerInnen der Umfrage mit „ja“, 27 Prozent mit „nein“.
  • 77 Prozent finden, dass „Einweg-Abdeckungen im Hinblick auf die Vermeidung von Infektionen vorteilhafter sind als Mehrweg-Abdeckungen.“ 23 Prozent sind nicht dieser Meinung.
  • 84 Prozent haben „schon einmal mit fehlerhaften (zum Beispiel löchrigen) Mehrweg-Abdeckungen zu tun gehabt oder davon gehört“, 16 Prozent nicht.
  • 77 Prozent hatten nach ihren Angaben „schon einmal mit verunreinigten (zum Beispiel durch Haare oder Fussel) Mehrweg-Abdeckungen zu tun gehabt oder davon gehört“. 23 Prozent antworten mit „nein“.
  • 75 Prozent sind der Ansicht, dass „Einweg-Abdeckungen immer von gleicher Qualität sind, während die Qualität von Mehweg-Abdeckungen zum Beispiel durch das oftmalige Waschen stark schwanken kann“. 25 Prozent waren nicht dieser Ansicht.
  • 89 Prozent sind der Überzeugung, dass „bei eher risikoreichen Operationen“ bevorzugt Einweg-OP-Abdeckungen verwendet werden sollten. 11 Prozent befürworten bei solchen Operationen den verstärkten Einsatz von Mehrweg-Abdeckungen.
  • Zur Frage, ob bei „hochinfektiösen PatientInnen (HIV, Hepatitis, etc.) bevorzugt Einweg- oder bevorzugt Mehrweg-Abdeckungen verwendet werden sollten“: 98 Prozent befürworten hier den vermehrten Einsatz von Einweg-Abdeckungen.
  • Insgesamt wünschen sich 84 Prozent generell einen vermehrten Einsatz von Einweg-OP-Abdeckungen, 16 Prozent einen vermehrten Einsatz von Mehrweg-OP-Abdeckungen.

„Meine Umfrage liefert, in Ergänzung zu Studien und ExpertInnenpapieren, zusätzliche Evidenz für den Einsatz und die Auswahl von OP-Abdeckungen. Auf die Erfahrungen von OP-Pflegepersonen, OP-AssistentInnen und Anästhesie-Pflegepersonen sollte nicht verzichtet werden“, sagt Prenner. „Allerdings sind aufgrund der geringen Zahl von Befragten in meiner Master Thesis größere Umfragen zu diesem Thema wünschenswert. Ganz besonders aber vergleichende Untersuchungen zu Sicherheitsaspekten von Einweg- bzw. Mehrweg-OP-Abdeckungen.“

(1) Melanie Prenner: „Auswirkung von Einweg- und Mehrweg-OP-Mänteln und -Abdeckungen auf Surgical Site Infections mit ökologischen und rechtlichen Gesichtspunkten“

Quelle: OTS vom 3. November 2020